7 Fragen an Sandra Siegrist und Oliver Cester zum Stichwort «solid»
Was bedeutet bei einer Bank Solidität?
Sandra Siegrist: Eine solide Bank ist in der Gesellschaft fest verankert, beständig und bodenständig. Sie betreibt das Geschäft, das sie versteht, unternimmt keine Experimente und springt nicht unbesehen auf Trends auf. Sie ist eine verlässliche Partnerin für Kundinnen und Kunden in allen Lebenslagen und lässt diese nicht gleich fallen, wenn die Umstände einmal schwieriger sind. Langjährige Mitarbeiter können ebenfalls Ausdruck von Solidität sein. Der Sparhafen entspricht einer solchen Definition in jeder Hinsicht.
Oliver Cester: Für mich sind auch die Partnerinnen und Partner der Bank entscheidend. Als kleine Bank ist der Sparhafen auf ein Netzwerk angewiesen, und wer Teil davon ist, muss unsere Werte teilen, absolut zuverlässig und an einer langfristigen Zusammenarbeit interessiert sein.
Jede Bank behauptet von sich, sie sei solid – sonst bekäme sie keine Kundinnen und Kunden. Inwiefern kann die Sparhafen Bank die Behauptung untermauern?
Sandra Siegrist: Das Alter des Sparhafens ist ein guter Beweis für seine Solidität. Ein Blick in den Jahresbericht zeigt ebenfalls, wie solid der Sparhafen dasteht. Und dann ist da noch unser spezielles Fundament: Wir sind als Genossenschaft organisiert. So ist das Unternehmen besonders breit abgestützt.
Oliver Cester: Vor allem verpflichtet uns der genossenschaftliche Ansatz nicht zur Gewinnmaximierung. Dies ermöglicht uns, weniger Risiken einzugehen, und wir können in der Strategie die Prioritäten so setzen, wie es unseren Vorstellungen entspricht.
Wer viel Rendite machen will, muss in der Regel höhere Risiken eingehen. Verzichtet der Sparhafen auf Rendite zugunsten der Solidität?
Oliver Cester: Gelegentlich kann es tatsächlich vorkommen, dass wir Geschäftschancen nicht nutzen, weil wir an unseren Grundsätzen festhalten. Und weil wir selbstkritisch genug sind, um zum Beispiel zu wissen: Wir haben weder das Knowhow noch die Risikofähigkeit für bestimmte Geschäfte. Unsere Grösse zwingt uns bereits zu einer gewissen Solidität
Sandra Siegrist: Ja, wir betreiben jene Geschäfte, bei denen wir die Risiken gut einschätzen können: das Zinsdifferenz-, Hypothekar- und auch das Anlagegeschäft.
Wie schwierig ist es, einen Kredit abzulehnen?
Sandra Siegrist: Die Kundenberaterinnen und -berater übernehmen die erste Triage bereits vorab. Geschäfte, die nicht unseren Richtlinien und unserer Philosophie entsprechen, kommen häufig gar nicht zur Beurteilung in die Kreditanalyse. Müssen wir nach eingehender Zweitprüfung durch die Kreditanalyse doch ein Gesuch ablehnen, können wir das gut begründen.
Ist denn die Kreditvergabe bei der Sparhafen Bank besonders streng?
Sandra Siegrist: Alle Banken in der Schweiz müssen die FINMA-Richtlinien erfüllen, insofern liegen die Unterschiede von Bank zu Bank wohl eher im Detail. Dadurch, dass wir unsere Kundinnen und Kunden gut kennen, können wir deren Gesamtsituation vermutlich besser beurteilen, als dies zum Beispiel einer Online-Bank möglich ist.
Oliver Cester: Die Wahrnehmung mag vereinzelt sein, dass wir strengere Anforderungen haben. Das hat aber auch damit zu tun, dass viele Banken kompliziertere Fälle eher ablehnen – wir aber unseren Kundinnen und Kunden auch dann zur Seite stehen, wenn es für uns aufwändig wird. Etwa im Fall von unserer Hypothek 50+, also bei Finanzierungen im Alter. Wir können uns intensiver mit den Kunden und Kundinnen und ihren Anforderungen auseinandersetzen – und einen Weg suchen, der für uns machbar ist und welcher der Kundschaft am Ende eine Lösung präsentiert.
Wie sorgt die Sparhafen Bank dafür, dass sie hinsichtlich IT solid, im Endeffekt also sicher, dasteht?
Oliver Cester: Weil wir aufgrund unserer Grösse auf Partnerschaften angewiesen sind, wählen wir etablierte Produkte von namhaften Unternehmen, also keine Nischenprodukte – auch wenn diese vielleicht etwas günstiger wären. Ziel ist stets hohe Sicherheit und Zuverlässigkeit.
Solid – das klingt nicht nach Abenteuer. Ist die Ausrichtung auf Solidität auch etwas langweilig?
Oliver Cester: Es kommt darauf an, welche Ziele man verfolgt. Führt jemand zum Beispiel gern eine solide Beziehung, wird er eine solche nicht als langweilig empfinden
Sandra Siegrist: Man kann durchaus in einem Bereich solid und in einem anderen veränderungsfreudig sein. Das ist auch bei uns möglich: Geschäftlich sind wir solid, mit dem Umbau haben wir uns aber auch offen für Veränderungen gezeigt.
Oliver Cester: Abgesehen davon wissen wir beide aus früheren Tätigkeiten, was es bedeutet, wenn regelmässig reorganisiert wird. Das wirkt vielleicht abenteuerlich, ist aber äusserst beschwerlich.
Sandra Siegrist: Und als Mitarbeitende des Sparhafens haben wir viel Einblick in verschiedene Bereiche, die wir mitgestalten können. Bei grossen Unternehmen ist dies in der Regel weniger der Fall. Unser Alltag ist auf jeden Fall spannend.
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