Sparhafen Rosmarie Duerst 01 RGB

7 Fragen an Rosemarie Dürst zum Stichwort «massvoll»

7 Fragen an Rosemarie Dürst zum Stichwort «massvoll»

Button arrow
Button arrow
Bereich: Genossenschaft
Lesedauer: 4 Min.
Datum: 02.02.2025

Synonyme für massvoll sind bescheiden, diszipliniert, asketisch, bedacht – ist das nicht alles ein bisschen aus der Zeit gefallen?

Manchmal habe ich tatsächlich das Gefühl, dass die Gesellschaft das Augenmass etwas verloren hat. Mehr gilt als besser, und wir regen uns zu oft über Kleinigkeiten auf. Ja, massvoll liegt wohl nicht besonders im Trend.


Was sind die Vorteile eines massvollen Verhaltens – zumal für eine Bank?

Wir sehen, wie weit es der Sparhafen mit seinem massvollen Verhalten gebracht hat: Er hat unzählige andere Finanzinstitute, die weniger massvoll agiert haben, überlebt und kann optimistisch in die Zukunft blicken.


Wo zeigt sich, dass der Sparhafen massvoll agiert?

Zum Beispiel darin, dass es nicht um Gewinnmaximierung um jeden Preis geht. Oder hinsichtlich der Entlöhnung: Bei uns gibt es keine Boni und auch keine Jahresziele hinsichtlich Volumen. Das Ziel ist stets, die Kundinnen und Kunden so gut wie möglich zu beraten, und nicht einfach, ihnen möglichst viel zu verkaufen. Das heisst aber nicht, dass die Mitarbeitenden nicht belohnt werden, wenn sie eine Extrameile gehen. Erbringt ein Team eine besondere Leistung, heisst es vielleicht: «Lad doch deine Leute zum Nachtessen ein und bring mir die Rechnung.» Ein anderer Aspekt ist der Umgang mit Ressourcen. Wir haben zum Beispiel die Petflaschen abgeschafft; alle Mitarbeitenden haben eine schöne Thermosflasche erhalten, mit der sie am Spender Wasser beziehen können. Solche Kleinigkeiten summieren sich.


Welches Publikum fühlt sich von einer massvollen Bank angesprochen?

Leute, die eine Bank suchen, die in jeder Hinsicht – und nicht nur bezüglich der Naturressourcen – nachhaltig unterwegs ist. Solche, die mit ihrer Bank eine langfristige Kundenbeziehung eingehen wollen. Leute, die auf eine persönliche Beziehung zu ihrer Bank Wert legen und die nicht einfach als Kundin oder Kunde Nummer XY wahrgenommen werden wollen.


Der Begriff «massvoll» enthält auch die Wendung «das Mass ist voll». Wann ist dies beim Sparhafen der Fall – wo merken Sie, dass ein Limit erreicht wird?

Die Grenze für alle unsere Tätigkeit ist der gesetzliche Rahmen. Und auch bei der Preispolitik gibt es Grenzen: Wir wollen nicht um jeden Preis mit der Konkurrenz mithalten, etwa bei Hypotheken; wir machen keine Geschäfte, nur damit die Geschäfte gemacht sind, und das finde ich gut. Wir schauen auch strikt darauf, dass unsere Kundinnen und Kunden einen Bezug zum Wirtschaftsraum Zürich haben, es gibt keine Geschäfte mit Auslandkundinnen und -kunden. Ansonsten habe ich während des Jahrs, während dem ich nun beim Sparhafen arbeite, noch kein einziges Mal erlebt, das man zum Vornherein gesagt hätte: «Das geht nicht.»


Sind Grenzen gut, damit man nicht plötzlich den Fokus und die Identität verliert?

Sie sind sehr wichtig. Es braucht einen geschäftspolitischen Rahmen, in dem wir uns bewegen. Wir können das Bild blau oder rot malen, aber der Rahmen ist da – und der wird auch nicht geöffnet.


Wann waren Sie zum letzten Mal nicht massvoll?

Ich war gerade in Kolumbien in den Ferien. Der Flug dorthin war sicher nicht massvoll. Und manchmal gönnte ich mir während der Ferien auch ein Glas Wein mehr als üblich … Nun ja, ich blieb in dieser Hinsicht eigentlich doch sehr massvoll, ich torkelte jedenfalls nie ins Hotel!


Sprechen Sie mit uns

Sparhafen Austausch Bank
Sparhafen Austausch Bank

Sparhafen Bank

Ihre Bank seit 1850

Bei Fragen zum Thema, melden Sie sich ungeniert bei uns. Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.